Unfaire Spieler beim Lasertag – was tun?

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Unfair behandelt beim Lasertag
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Wir nehmen Feedback sehr ernst – also her damit

Manchmal erreicht uns Feedback der Kunden, das wir sehr ausführlich beantworten. Wir haben uns überlegt, diese Antworten auch öffentlich auf die Seite zu stellen, da sie erstens immer wieder Gültigkeit bekommen, wenn das selbe Problem erneut auftaucht und zweitens eine gewisse Transparenz bieten soll.
Hier ist unser erstes Beispiel einer besorgten Person, die wir ausführlich (und hoffentlich zur Zufriedenheit) beantwortet haben:

Feedback eines Gastes zum Geburtstag des Kindes

Gestern war ich mit meinem Sohn und seinen Freunden bei Ihnen, das Spiel war ein Geschenk zu seinem 12. Geburtstag, er hatte es sich lange gewünscht. Wir hatten 2 Stunden gebucht,  die Jungs waren zu 5.
Leider war es dann so dass eine größere Gruppe Jungs zeitgleich dort war, die die Jungs durchweg belagert haben und für sie ein Spiel vollkommen verunmöglicht haben. Auf Ansprache ließen sie sich nicht stoppen.
Die wirklich sehr sehr nette, rührige und umsichtige Betreuung war allein und konnte deshalb das auch nicht verhindern. Daraufhin sind mein Sohn und seine Freunde nach nur einer guten Stunde herausgekommen und haben ihr Spiel dann beendet.
Vielleicht könnte man in Zukunft darüber nachdenken,  ins Regelwerk aufzunehmen,  dass Behinderung von anderen nicht erlaubt ist oder so?

Unsere Antwort zum Thema Fairplay unter gemischten Gruppen und die Einhaltung von Regeln generell

Es tut uns Leid, dass ihre Gästegruppe augenscheinlich nicht so viel Spaß hatte, wie sie erwartet hat.
Wir sind stets bemüht, die Gruppen sinnvoll einzuteilen, indem wir das Alter der Teilnehmenden Gäste abfragen. Nicht alle Gruppen sind bereit, diese Angabe zu machen und so sind wir teilweise selbst überrascht über die Zusammenstellung.
Außerdem sind wir im Vorfeld natürlich komplett unwissend hinsichtlich der Umgangsformen der Gäste.
Wir wissen nicht, wer gute Gewinner und schlechte Verlierer sind, wie viel Geduld jeder hat, wie gut auf die Regeln gehört wird und so weiter.
Natürlich sind unsere Regeln so, dass man andere nicht verfolgen, belästigen oder sonst wie unfair spielen soll.
Aber selbst, wenn wir doppelt oder viermal so viel Personal vor Ort hätten, müssten wir damit leben, das immer geschummelt wird, das die Verlierer immer einen Grund finden, weshalb sie verloren habe, dass die einen sagen, die anderen spielen unfair und diese behaupten genau das selbe.
Es sind Kids, es ist ein Spiel, man wird getroffen werden, wenn man andere treffen möchte.
Damit will ich nicht sagen, dass ihre Kids es nicht besonders schwer hatten.
Die Erfahrung zeigt, das vor allem sehr junge Spieler*innen sich schwer tun, zu verlieren. Die Vorstellung der Kinder ist oft, dass sie als strahlende Sieger*innen ohne einen einzigen Treffer abzubekommen das Spiel verlassen.
Diese hohe Erwartung wird enttäuscht und die Frustration setzt ein. Einige Gäste geben dann auf, andere werden laut, andere lernen schnell die Situation auszunutzen und so weiter.
Wie in jedem Spiel, in dem nicht exakt gleich gute Mannschaften spielen, kommt es zu Ungleichheit und Unmut.
Die Älteren beschweren sich über die Kleinen, die nicht zuhören, die Kleinen über die Großen, dass sie zu gut sind, die schlechten Gewinner lachen die Verlierer aus und das ist unser tägliches Erlebnis, weil wir versuchen, hier die Waage zu halten.

Mannschaftsbildung – Unsere fairen Teams vs. die „eigenen“ Gruppen

Manchmal bestehen die Kids aus verschiedenen Gruppen darauf, jedes Spiel in einer Mannschaft zu spielen, obwohl es erfahrungsgemäß viel besser ist, wenn die Gruppen nach Punkten gleich fair aufgeteilt werden.
So kann man auch gegen seine Freunde spielen und die unfairen Verhaltensweisen sind viel seltener, weil man ja die Hälfte der „anderen“ in seinem Team hat. Aber wir können niemanden zwingen. Weder zum Spaß haben, noch zum Fair spielen.
Die Regeln des Spiels sind so programmiert, dass man immer verschiedene Spieler*innen treffen muss, um Punkte zu machen. Wenn ich also als Spieler immer nur eine Person verfolge, bekomme ich für Treffer 2,3, 4 und so weiter keine Punkte, BIS ich jemand anderes treffe. Dass es trotzdem nervig ist, ist klar. Aber von unserer Seite wird klipp und klar erläutert, dass dieses Vorgehen nicht nur unfair, sondern auch sinnlos ist.
Ich war bei dem Spiel nicht dabei – ABER in der Regel sind die Kinder nicht so weit, dass sie verstehen, dass sie mit getroffener Weste ÜBERALL hin gehen können, ohne für 6 Sekunden erneut getroffen zu werden.
Die Wahl zwischen „Ich gehe jetzt woanders hin, wo die Gegner nicht wissen, wo ich bin“ und „Ich bleibe bei meinen Freunden in der Ecke und lasse mich gleich wieder abtreffen“ fällt meist leider zugunsten der stressigeren Variante und die Gruppe bleibt gemeinsam „in der Falle“ sitzen.

Es gibt sehr viele verschiedene Perspektiven auf das Dilemma. Aber wir haben festgestellt, dass die Gruppen, die sich von uns beraten lassen in der Regel mehr Spielspaß haben. Gruppen mit eigenen unverrückbaren Wünschen und Vorstellungen halten daran leider auch fest, wenn das Spiel nicht gut für sie läuft.
Alles in allem ist Lasertag wie jedes andere Spiel (und vor allem Mannschaftsspiel) etwas, das man lernt.

Was helfen kann, wenn man „in Ruhe“ spielen möchte

Um Frust bei dem nächsten Besuch zu vermeiden, könnte man verschiedene Sachen probieren:

  • Eine geschlossene Gruppe buchen (Exklusiv) … am Besten nicht am Wochenende, da ist es fast unbezahlbar.
  • Eine leerere Zeit wählen und somit die Chance verbessern, dass man nicht zu viele fremde Mitspieler hat.
  • Eine vom Alter passende Gruppe erfragen – wobei auch das am Wochenende schwierig sein kann.
  • Im Vorfeld darauf eingehen, dass die Gruppe sich auf unsere Ratschläge einlässt und sich somit helfen lässt.
  • Sich gezielt mit mehr „gleichen“ Menschen verabreden, die das selbe Ziel im Spiel verfolgen.
  • Speziell bei jungen Kindern kürzere Zeiten buchen. 2 Stunden sind nicht nur dann eine lange Zeit, wenn die Gegner „gemein“ sind – auch generell ist die Energie hier oft frühzeitig zu ende.

Wir sind sehr erfahrene Betreiber mit vielen vielen Klassen, Gruppen und Vorfällen, die uns immer lernen lassen, was Gästen gefällt und was nicht.
Passend dazu erarbeiten wir immer Lösungen, die aber kommuniziert, verstanden und umgesetzt werden müssen.
Die Erfahrung sagt: Viele Kinder unter ca. 12 Jahren sind nicht in der Lage, die Erklärungen von ca. 3-5 Minuten zu erfassen.
Die Aufmerksamkeit ist durch die Spannung, das Adrenalin und auch generell sehr schnell erschöpft. Dadurch gehen unsere Tipps und Ratschläge und auch die Regeln teils unter.
Wenn wir also 3 mal sagen, dass man den anderen nicht hinterher läuft, dann hilft das nur bei einem dieser drei male und dann auch nur für die ersten 3 Minuten des Spiels.

Ein bisschen, wie bei Sisyphos – Erklärung und Fehlschlag

Wir hoffen immer, dass die Gruppen uns folgen, zuhören und Spaß haben – aber wir haben keinen Einfluss auf die tatsächlichen Persönlichkeiten und Reaktionen von Gruppen aufeinander.
Daher spielt auch immer etwas Glück in die Zusammenstellung der Gruppen mit hinein. In über 90% der Fällen (so meine Schätzung) gibt es keine Probleme beim Spiel und in unter 3% sind die Problme so gravierend, dass Gäste das Spiel verlassen. Daher tut es mir besonders Leid, dass dies bei Ihnen der Fall war.

Vielleicht haben Sie ja etwas aus der ausführlichen Antwort erkannt und ich habe mit wildem stochern im Dunkeln (ich war ja nicht da) etwas von dem getroffen, was passiert ist und was hätte besser laufen können.
Wie gesagt: Die Erfahrung zeigt, dass wenn alle anwesenden Gruppen zuhören und sich an die Regeln halten, dass dann das Spiel sehr gut läuft. Sobald Wünsche wie zum Beispiel „Jungs gegen Mädchen“ (vorrangig in Schulklassen) umgesetzt werden, gerät das Konzept aus den Fugen, weil die Teams nicht passen. Wir hoffen jedoch, dass wir in Zukunft die Frustration von einzelnen Gruppen weiterhin so gering, wie möglich halten können. zudem bitten wir  um Verständnis, das wir eben nicht alle Gäste als Gewinner aus dem Spiel entlassen können. Dies ginge nur, wenn wir ein eigenes Team stellen würden, das absichtlich verliert. Klingt komisch? Wurde uns schon vorgeschlagen…

Danke für den Besuch und ein freundlicher Gruß